Akteursgespräch Wohnen: Spar- und Bauverein beteiligt sich an neuem Dialogformat der Stadt Paderborn

Die Stadt Paderborn hat ein neues Dialogformat gestartet: das Akteursgespräch Wohnen. Auch der Spar- und Bauverein Paderborn war beim Auftakt am 29. Januar 2026 vertreten und brachte seine fachliche Perspektive in die Diskussion ein. Ziel des Formats ist ein sachlicher Austausch über die Wohnraumentwicklung in Paderborn – mit Blick auf aktuelle Herausforderungen, veränderte Rahmenbedingungen und die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Akteure.
 

Breites Teilnehmerfeld – vielfältige Perspektiven

An dem Gespräch nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung, verschiedener Wohlfahrtsverbände, der Banken, des Handwerks, des Mieterbundes, von Haus & Grund, der Universität, des Bündnisses Wohnen sowie des Spar- und Bauvereins Paderborn teil. Bürgermeister Stefan-Oliver Strate betonte, dass es nicht um einen schnellen Konsens gehe, sondern um das offene Aufzeigen der jeweiligen Problemlagen und die Entwicklung tragfähiger Lösungsansätze.

Der Spar- und Bauverein brachte seine Einschätzungen insbesondere zur Situation des Paderborner Wohnungsmarktes, zu den Herausforderungen im Neubau sowie zur Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für wirtschaftlich tragfähige Projekte ein.

Thorsten Mertens in blauem Anzug, weißem Hemd und blauer Krawatte steht selbstbewusst im Flur der Spar- und Bauverein-Geschäftsstelle, die Hände in den Taschen und ein Lächeln im Gesicht. Bedarf an aktualisierten Daten

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die demografischen Annahmen und Prognosen für die weitere Entwicklung des Wohnungsmarktes. Während einige Akteure auf bestehende Studien verwiesen, äußerte der Spar- und Bauverein Zweifel an deren Aussagekraft. Vorstand Thorsten Mertens betonte, dass aus seiner Sicht keine generelle Wohnungsnot bestehe und die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung stärker berücksichtigt werden müsse.

Die Stadt kündigte an, die Prognosedaten durch eigene Statistik-Experten zu überprüfen und zu aktualisieren. Auf dieser Grundlage soll der Dialog in sechs bis acht Wochen fortgesetzt werden.

Realistische und nachhaltige Wohnbaupolitik notwendig

Der Spar- und Bauverein hob hervor, dass angesichts der angespannten Haushaltslage der öffentlichen Hand realistische Prioritäten gesetzt werden müssen. Mertens machte deutlich, dass die „Freibierzeiten“ vorbei seien und sowohl private als auch öffentliche Akteure Verantwortung für besonders vulnerable Gruppen tragen – ohne jedoch die gesamte Wohnungsbaupolitik ausschließlich daran auszurichten.

Blick auf das Alanbrooke-Quartier

Auch das Alanbrooke-Quartier wurde thematisiert. Vereinzelte Verzögerungen und der hohe Anteil geförderten Wohnraums wurden im Austausch kritisch diskutiert. Bürgermeister Strate äußerte, dass bestimmte Entscheidungen heute anders getroffen würden.

Fortsetzung des Dialogs geplant

Alle Beteiligten bewerteten den Auftakt positiv. Das Format habe einen offenen und konstruktiven Austausch ermöglicht und ein besseres Verständnis unterschiedlicher Standpunkte geschaffen. Der Spar- und Bauverein begrüßt diesen Ansatz ausdrücklich und wird sich weiterhin aktiv einbringen.

Zukunftsorientierte Rolle des Spar- und Bauvereins

Der Spar- und Bauverein freut sich darauf, an einer ziel- und bedarfsorientierten, nachhaltigen und demografiefesten Gestaltung des Paderborner Wohnungsmarktes mitwirken zu dürfen. Vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung, veränderter Bedarfe von Berufstätigen sowie der Anforderungen von Familien mit Kindern sieht die Genossenschaft insbesondere folgende Schwerpunkte:

  • Revitalisierung bestehender Quartiere statt ausschließlichem Flächenverbrauch
  • Stärkung innovativer Mehrgenerationenmodelle, die unterschiedliche Lebensphasen miteinander verbinden
  • Ein nachhaltiger Mix aus Eigentum und Mietwohnungen, der sozialen Zusammenhalt und wirtschaftliche Stabilität fördert

Diese Aspekte fließen kontinuierlich in die Arbeit der Genossenschaft ein und prägen ihre strategische Ausrichtung.

Das nächste Treffen soll stattfinden, sobald die aktualisierten Bevölkerungsprognosen vorliegen – voraussichtlich in etwa zwei Monaten.

Über das Akteursgespräch Wohnen wurde auch in der lokalen Presse berichtet – unter anderem im Westfalen-Blatt mit Kommentar und in der Neuen Westfälischen.

Beide Artikel geben weitere Einblicke in den Auftakt des neuen Formats und die unterschiedlichen Positionen der beteiligten Akteure.