03.07.2017

Vertreterversammlung 2017

Der Spar- und Bauverein Paderborn eG hat das 124. Jahr seiner Geschichte mit einem hervorragenden wirtschaftlichen Ergebnis abgeschlossen. Das teilten Vorstand und Aufsichtsrat der Paderborner Wohnungsbaugenossenschaft bei der Vertreterversammlung mit. Die Bereitschaft zur Investition bleibt ungebrochen.

Neues Mitglied im Aufsichtsrat des Spar- und Bauvereins Paderborn ist Sabine Loewe. Sie folgt auf Hildegard Ebe, die nicht zur Wiederwahl antrat. (v.l.) Aufsichtsratsvorsitzender Hubert Böddeker, Vorstand Hermann Loges, Sabine Loewe, Hildegard Ebe, Vorstandssprecher Thorsten Mertens und Bürgermeister Michael Dreier, der den Gastvortrag über „Paderborn – die digitale Stadt der Zukunft“ hielt. Foto: Karl-Martin Flüter

2016 investierte der Spar- und Bauverein fast 7,5 Millionen Euro in den Altbestand und neue Projekte. 2017 soll dieser Wert auf mehr als 11 Millionen Euro, 2018 sogar auf mehr als 13 Millionen Euro steigen. Diese hohen Investitionsvolumina machten den Anspruch deutlich, „in, mit und für Paderborn als leistungsstarke Genossenschaft zum Wohle unserer Heimatstadt und unserer Mitglieder zu agieren“, sagt Vorstandsprecher Thorsten Mertens in seinem Lagebericht. Die Mitgliederstruktur des Spar- und Bauvereins sei ein „Spiegelbild der Gesamtbevölkerung“ Paderborns.

Man halte sich „ganz bewusst“ aus dem politischen Prozess heraus, sagte Mertens in Anspielung auf die öffentliche Debatte über eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft. Er verweis jedoch auf das genossenschaftliche Selbstverständnis des Spar- und Bauvereins Paderborn, der ein „langjähriger Partner der Stadt“ in der Wohnraumversorgung breiter Schichten der Bevölkerung sei.

Auf die Bedeutung des Spar- und Bauvereins für Paderborn hatte zuvor der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Hubert Böddeker, hingewiesen. Mit mehr als 3100 eigenen und verwalteten Wohnungen bestimme die Wohnungsbaugenossenschaft das Stadtbild, auch weil der Spar- und Bauverein mit Modernisierungen und innovativen Projekten immer wieder städtebauliche Akzente setze. Die soziale Mitpreispolitik der Genossenschaft habe Einfluss auf die Stadt: „Ohne den Spar- und Bauverein Paderborn würde der Mietspiegel anders aussehen.“ Angesichts dieser Umstände sei er überzeugt, so Böddeker, „dass die Stadt Paderborn mit uns sehr gut aufgestellt ist.“

Ein Jahr vor dem Jubiläum betonte Vorstandssprecher Thorsten Mertens die langfristig angelegte Geschäftspolitik des Spar- und Bauvereins. Man habe stets auf eine „moderate Expansions- und Arrondierungsstrategie“ gesetzt. So investiere der Spar- und Bauverein Paderborn in großem Maßstab in die Modernisierung des Altbestandes. Zwar sei auch der Spar -und Bauverein als Genossenschaft zu wirtschaftlicher Optimierung verpflichtet. Es gehe aber nicht um Gewinnmaximierung und kurzfristige Maximalrenditen, die zu Lasten der Qualität des Wohnungsbestandes gehen.

Thorsten Mertens betonte, genossenschaftliche Werte wie Mitbestimmung, Solidarität, Sozialverantwortlichkeit und zivilgesellschaftliches Engagement bestimmten die Geschäftspolitik. Deshalb biete die Genossenschaft den Mieter und Mitgliedern zahlreiche Leistungen, die über das eigentliche Wohnen hinausgehen: betreutes Wohnen für ältere Bewohner, Nachbarschaftstreffs oder Mehrgenerationenwohnen. Ein Servicesystem leiste Unterstützung beim Aufbau nachbarschaftlicher Kontakte. Dieses Prinzip Integration gelte auch für Neuankömmlinge aus Flüchtlingsgebieten. Menschen mit einer „wirklich dauerhaften Bleibeperspektive“ hätten in den Wohnquartieren des Spar- und Bauvereins große Chancen zur Integration. Die Genossenschaft achte darauf, dass aber auch interessierte Paderborner beim Wohnungsangebot nicht benachteiligt würden.

Dieser Gedanke der Integration prägt die innovativen Neubauprojekte. In der Pankratiusstraße steht ein Wohnprojekt vor der Fertigstellung, das eine Kindertagesstätte, öffentlich geförderte Wohnungen und eine betreute Senioren-WG konzeptionell zusammenbringt. Ein Wohnprojekt für Menschen mit Demenz in Schloß Neuhaus ist in Bau, an der Warburger Straße errichtet die Genossenschaft ein Wohngebäude für Studenten, das das Stadtbild gegenüber der Uni und in der Eingangssituation zur Innenstadt prägen wird. Die Arbeiten für eine Wohnanlage an der Heiersmauer stehen vor dem Beginn. Bei vielen Projekten wie in der Pankratiusstraße oder in Schloß Neuhaus setzt der Spar- und Bauverein auf die Kooperation mit Partnern wie der Caritas, dem KiTa-Träger „Spielkiste e.V.“ oder der evangelischen Diakovita GmbH.

Möglich wird diese vorwärtsstrebende Geschäftspolitik durch die gute wirtschaftliche Lage der Genossenschaft. Vorstand Hermann Loges stellte den Jahresabschluss 2016 vor, mit einem Bilanzvolumen von 127,7 Millionen Euro und einem Jahresüberschuss in Höhe von 3,33 Millionen Euro.

Dieses Ergebnis gelang trotz steigender Pensionsrückstellungen, sinkender Zinsen auf dem Kapitalmarkt, einem überdurchschnittlichen Abbau von Verbindlichkeiten und einer weiterhin hohen Dividendenzahlung von fünf Prozent an die Mitglieder der Genossenschaft. Dank der Entschuldung stieg die Eigenkapitalquote auf 59,6 Prozent. „Viel positiver kann man nicht wirtschaften“, sagte Hermann Loges. Wie er sieht sein Vorstandskollege Thorsten Mertens zuversichtlich auf die weitere Entwicklung. Der „anhaltende Trend zur Reurbanisierung“ in Paderborn, die positive Standortentwicklung und die „gute Gesamtperformance des Unternehmens“ ließen auch in Zukunft hervorragende Voraussetzungen für eine gute Vermietung erwarten.

 

Die Kernzahlen des Spar- und Bauvereins Paderborn 2016

Bilanzvolumen:                           127,7 Millionen Euro
Umsatzerlöse: 16,2 Millionen Euro
Jahresüberschuss: 3,32 Millionen Euro
Eigenkapital: 59,7 Prozent
Investitionen: 7,5 Millionen Euro
Leerstandsquote: 1,5 Prozent
Durchschnittsmiete: 5,09 Euro/m²
Wohnungsbestand: 2833 eigene WE
  276 verwaltet WE
  6 Gewerbeeinheiten
Wohn- /Nutzfläche: 199,3 Tsd m²