24.02.2017

Spar- und Bauverein ist Düsseldorf eine feste Größe

Gute Nachbarschaft ist das Schlüsselwort, wenn es die Wohn- und Lebensqualität in Wohnquartieren geht. Die grüne Landtagsabgeordnete Sigrid Beer besichtigte jetzt das Paderborner Wohnprojekt „TegelBogen“. Dort hat der Spar- und Bauverein Paderborn eG gezielt Bedingungen für das soziale Miteinander geschaffen.

Begleitet wurde die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion im Landtag von Petra Tebbe, Fraktionsvorstand der grünen Ratsfraktion in Paderborn. Thorsten Mertens, Vorstandsprecher der Genossenschaft, erläuterte den Fachfrauen aus der Landes- und Kommunalpolitik Wohnkonzept im TegelBogen. Ziel ist das Zusammenleben aller Generationen. Öffentlich geförderte und frei finanzierte Wohnungen liegen nebeneinander. Eine Quartiersmanagerin und ein Gemeinschaftshaus erleichtern Kontakt, Vertrautheit und soziales Leben.

 

Sigrid Beer weiß, dass der Spar- und Bauverein Paderborn mit Projekten wie dem TegelBogen unter Fachleuten eine feste Größe ist. Wenn über Konzepte der Wohnungswirtschaft gesprochen werde, falle in Düsseldorf regelmäßig der Name der Paderborner Wohnungsbaugenossenschaft, sagte sie. In Paderborn ist die Bedeutung des Spar- und Bauvereins ohnehin unübersehbar. Thorsten Mertens wies darauf hin, dass in den etwa 3000 Wohnungen der Genossenschaft bis zu 10000 Paderborner leben.

Trotz der Anerkennung wünsche er sich mehr politische Unterstützung für innovative Wohnkonzepte, sagte Thorsten Mertens. Beispiel Quartiersmanager: Zwar gebe es in Paderborn Quartiersbüros, doch die seien zeitlich begrenzt. Das Projekt in Wewer ist bereits ausgelaufen. Die hauptamtlichen Kümmerer in den Wohnvierteln seien jedoch dringend notwendig, um das ehrenamtliche Engagement zu stärken und zu organisieren. Die Voraussetzungen dafür könnten die Kommunen alleine nicht schaffen. Das Land sei gefragt.

Thema des Gesprächs waren auch die ständig steigenden Baukosten. Ursache so Thorsten Mertens seien die immer neuen Verschärfungen der Energiesparvorgaben, extrem hohe Baustandards, Steuern und Auflagen. Wenn das Bauen jedoch teurer wird, so Mertens, können Investoren keine günstigen Wohnungen mehr bauen. Der Vorstandssprecher sieht die Wohnungswirtschaft deshalb in dem Dilemma, entweder ökologisch und anspruchsvoll oder sozial verträglich zu bauen. Leisten könne sich der Spar- und Bauverein Paderborn seine zukunftsweisenden Projekte nur, weil er auf kurzfristige Renditeerwartungen verzichte. Mertens sieht den Spar- und Bauverein in einer sozialen, auch städtebaulichen Verpflichtung gegenüber der Stadt und den Menschen in Paderborn.

 

Die zentrale politische Bedeutung des Themas Wohnen auch Sigrid Beer in aller Deutlichkeit – und zwar im Hinblick auf aufkeimende populistische Bewegungen. Die Menschen suchten Vertrautheit, Überschaubarkeit und Nähe, stellte sie fest. Finden könnten sie diese Sicherheit in überschaubaren, lebenswerten Wohnverhältnissen: „Deshalb wirken soziale Konzept des Wohnens irrationalen Ängsten entgegen.“