- Fläche:
- 57,84 m²
- Zimmer:
- 2 Zimmer/Küche/Bad
- Balkon
- Kaltmiete:
- 265.83 € (4.60 € / m²)
„Wir haben die Entscheidung keine Sekunde bereut“
Am liebsten sitzen Dietmar Kirchhoff und seine Frau Monika Börgel-Kirchhoff im Strandkorb auf dem Balkon. Vom Wind geschützt können sie dort auch spät im Jahr lesen oder den Blick über die Altstadt bis zum Dom genießen.
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Dass sie in ihrer neuen Wohnung mitten in der Stadt häufiger im Freien sein würden als in ihrem früheren Garten auf dem Dorf, hat auch sie überrascht. Doch das draußen sein, teilhaben, aktiver sein durchzieht ihr neues Leben in der Stadt.
Monika Börgel-Kirchhoff ist fast nur noch mit dem Fahrrad unterwegs, schließlich liegt jetzt alles in der Nähe: der Arbeitsplatz, die Lebensmittelläden oder die Innenstadt. Nur einmal hat sie ihren Pkw seit dem Umzug Anfang Juni aufgetankt. Davon konnte sie in Dörenhagen nur träumen. Dort war fast jede Besorgung das Auto notwendig. Das Ehepaar hat ein paar Fahrradtouren in Richtung Hövelhof und Delbrück gemacht, weil die Radwege fast vor der Tür verlaufen und die Strecken ohne große Steigung angenehm zu fahren sind.
Zum aktiver sein gehört auch die neue Nachbarschaft. Schon zwei Jahre vor dem Umzug wurden die Kirchhoffs Mitglied in Verein „Wohnsinn e.V“. Die anderen Mitglieder aus dem Verein wurden zu den besten neuen Nachbarn. Mittlerweile finden sich im TegelBogen weitere Interessierte zusammen. Eine Gruppe will die Geschichte des Stadtviertels erforschen, die Spieleabende finden bereits regelmäßig statt, eine Hausaufgabenbetreuung ist angedacht.
Das neue Nachbarschaftsgefühl hat der Spar- und Bauverein Paderborn im Sommer gefördert, als er alle Mieter aus den 170 Wohnungen zu einem Grillabend einlud. Dort lernten neue Mieter wie die Kirchhoffs viele Nachbarn aus dem „Altbestand“ kennen: den drei älteren Häusern, dessen Mieter hier teilweise schon seit Jahrzehnten wohnen. „Natürlich braucht seine Zeit, bis man sich kennen lernt“, sagt Monika Börgel-Kirchhoff, „aber man spürt schon, dass da etwas wächst.“
Natürlich war nicht alles leicht beim und nach dem Umzug. Große Möbel passen nur bedingt in die Wohnung, die nur halb so groß wie das Haus in Dörenhagen ist. Dietmar Kirchhoff musste deshalb einige der Möbel aufgeben, die er als Antiquitäten erworben hatte.
Aber einen großen Tisch in der Küche brauchen die Kirchhoffs ohnehin nicht mehr. Die vier Söhne sind aus dem Haus. Bei ihnen ist die Entscheidung der Eltern auf Zustimmung gestoßen. „Sie finden die Wohnung klasse“, sagt Monika Börgel-Kirchhoff. „Sie wissen, dass sie ihre Eltern gut versorgt wissen.“
Tatsächlich ist das Mehr-Generationen-Wohnen im TegelBogen eine gute Vorsorge fürs Alter. Das Wohnprojekt bietet den älteren, ebenso wie den jüngeren Bewohnern durch sein „universal design“ gute Wohnbedingungen: barrierefreie Gestaltung, zusätzliche Dienstleistungen, einen Pflegedienst, eine Tagespflege und eine Senioren-WG im Haus.
Die Kirchhoffs haben sich schon mit Anfang 50 für diese Wohnform entschieden, viel früher als andere. Doch sie sind im richtigen Alter für diese Entscheidung, sagt Thorsten Mertens, Vorstandssprecher des Spar- und Bauvereins Paderborn, der das Wohnquartier errichtet hat. „Mehr-Generationen-Projekte wie der TegelBogen leben davon, dass dort tatsächlich alle Generationen miteinander leben. Das geht aber nur, wenn die Bewohner nicht erst im Alter einziehen.“
Es scheint, als hätten die Kirchhoffs alles richtig gemacht. Wie ein „langer Urlaub“ kommen Monika Börgel-Kirchhoff die vergangenen Monate im TegelBogen vor: „Wir haben die Entscheidung keine Sekunde bereut.“



