- Fläche:
- 57,84 m²
- Zimmer:
- 2 Zimmer/Küche/Bad
- Balkon
- Kaltmiete:
- 265.83 € (4.60 € / m²)
Vertreterversammlung 2011: „Stadtumbau zentrale Herausforderung der Stadtentwicklung.“
Spar- und Bauverein Paderborn investiert in die Zukunft
Gestützt auf eine gute Finanzlage und große ökonomische Leistungsfähigkeit hat der Spar- und Bauverein Paderborn eG im Jahr 2010 seine sozialen, ökologischen und stadtentwicklungspolitischen Aktivitäten fortgesetzt. Vorstand und Aufsichtsrat stellten den Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr jetzt der Vertreterversammlung der Genossenschaft vor.
Mit der „zukunftsweisenden Umstrukturierung“ des Wohnungsbestandes gebe die Paderborner Wohnungsbaugenossenschaft die „richtigen Antworten auf drängende Zukunftsaufgaben“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Behringer zu Beginn der Vertreterversammlung im Paderborner Schützenhof. Behringer, seit 2003 an der Spitze des Aufsichtsrats, wurde von den Delegierten für weitere drei Jahre in seinem Amt bestätigt.
Welche Ausmaße die Aufgaben haben, die auf die Wohnungswirtschaft warten, machte Vorstandssprecher Thorsten Mertens in seinem Lagebericht deutlich. Bereits in 15 Jahren wird das „Wohnen plus 70“ ein Viertel des gesamten deutschen Wohnungsmarktes ausmachen, sagte er. Dabei leben heute noch 95 Prozent aller Altershaushalte in Wohnungen, die weder barrierefrei noch barrierearm sind. Angesichts dieser Tatsachen erwartet Thorsten Mertens eine „schwierige Übergangszeit“, die von einem schrumpfenden Wohnungsmarkt bei einer massiven Alterung der Gesellschaft geprägt sein wird. „Der demografische Wandel wird unser Land von Grund auf verändern“, warnte er.
Eine weitere große Herausforderung für die Wohnungswirtschaft ist der Klimaschutz und damit verbunden die Energieeffizienz, also die Modernisierung der Wohnungen mit dem Ziel der Energieeinsparung. Angesichts der „unumkehrbaren Energiewende“ in Deutschland forderte der Vorstandssprecher „verlässliche politische Rahmenbedingungen“ sowie „ausreichende und verstetigte Förderprogramme“, außerdem von der Politik „Energieeffizienzanforderungen mit Augenmaß“. Notwendig seien zudem sozialverträgliche Konzepte für schwächer gestellte Haushalte.
Obwohl die Rahmenbedingungen längst nicht so sind, wie sich das der Vorstandssprecher des Spar- und Bauvereins Paderborn wünscht, geht die Genossenschaft seit Jahren in Vorleistung und investiert in die altersgerechte und energetische Modernisierung der Wohnungen. Allein im laufenden Jahr gibt der Spar- und Bauverein Paderborn 4,7 Millionen Euro aus, um die Vermietung der Genossenschaftswohnungen „zukunftssicher“ zu machen.
Daran wird das Typische der Genossenschaftspolitik deutlich. Nicht um die Mitnahme von Gewinnen geht es, sondern – im Sinne der Mieter, die gleichzeitig Mitglieder sind – um die Weiterentwicklung des Wohnungsbestandes und die Qualität des Wohnens. Zusammen mit den Mietern wolle man „das Bauen, die wohnbegleitende Dienstleistung und die Selbstverwaltung“ weiterentwickeln, sagte Hans Behringer.
Wie das in der Praxis aussieht, wird im TegelBogen, dem gerade fertig gestellten Mehr-Generationen-Projekt in Paderborn, deutlich. „Hier wird Hilfe zur Selbsthilfe angeboten“, sagte Thorsten Mertens. Solche Projekte und Innovationen brauchten aber eine Infrastruktur, die das bürgerliche und unternehmerische Engagement möglich mache.
Diese Infrastruktur zu schaffen ist eine kommunale Aufgabe, betonte Mertens. Ohne die Unterstützung der kommunalen Wohnungspolitik werde es schwierig, die „deutlichen demografischen und strukturellen Veränderungsprozesse“ zu meistern. Das gilt in Paderborn vor allem vor dem Hintergrund des angekündigten Abzugs der britischen Streitkräfte. „Neue urbane Qualitäten“ können, so Mertens, in Paderborn nur entfaltet werden, wenn „Gesellschaft, Ökonomie und Politik“ ihre Kräfte koordinieren und konzentrieren: „Stadtumbau wird in unserer Region über Jahre hinaus die zentrale Herausforderung der Stadtentwicklung sein.“
Mehr Umsatz und Gewinn
Die Kennzahlen des Spar- und Bauvereins Paderborn haben sich im Geschäftsjahr 2010 weiter verbessert, erläuterte Vorstandsmitglied Hermann Loges. Der Umsatz der Spar- und Bauverein Paderborn eG stieg auf 14,256 Millionen Euro (2009: 14,071) und der Jahresüberschuss auf 2,309 Millionen Euro (2009: 2,286). Die Bilanzsumme lag am 31. Dezember bei 118,544 Millionen Euro (Vorjahr 116,211 Millionen Euro). Noch erfreulicher ist die Eigenkapitalquote der Genossenschaft, die auf 49,7 Prozent kletterte (Vorjahr: 41,9 Prozent).
Im Geschäftsjahr 2010 investierte das Unternehmen ca. 10,7 Mio. Euro in Neubau- uns Sanierungsprojekte; hiervon profitierte ausschließlich das regionale Handwerk.
Die Leerstandsquote der Wohnungen ist mit 1,6 Prozent im Vergleich der ostwestfälischen Wohnungswirtschaft herausragend und bei 300 jährlichen Neuvermietungen und der dementsprechenden Fluktuation kaum noch zu übertreffen. Zugelegt hat der Spar- und Bauverein Paderborn auch bei der Zahl der bewirtschafteten Wohnungen (Stand Ende 2010: 2.847) und der Mitglieder (5.404).



