Geschäftsbericht 2009 - Erfolgreiches Geschäftsjahr

Der Spar- und Bauverein Paderborn eG hat das Krisenjahr 2009 sehr erfolgreich überstanden. Auf der Vertreterversammlung der Wohnungsbaugenossenschaft stellten Vorstand und Aufsichtsrat jetzt die Zahlen für das am 31. Dezember 2009 zu Ende gegangene Geschäftsjahr vor.
Die Bilanzsumme des größten Akteurs auf dem regionalen Wohnungsmarkt stieg 2009 sogar: um 4,1 Prozent auf über 116 Millionen Euro. Bemerkenswert ist die hohe Eigenkapitalquote, die sich trotz höherer Bilanzsumme stabil bei 48,3 Prozent hielt. Auch der Jahresüberschuss lag mit 2,28 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Fast die Hälfte (45 Prozent) der Mieteinnahmen reinvestierte die Genossenschaft wieder in den vorhandenen Wohnungsbestand. Die Ausgaben für Instandhaltung und Modernisierung betrugen im vergangenen Jahr 4,7 Millionen Euro – ein in der Branche überdurchschnittlicher Wert. Mit mehr als 2800 Wohnungen ist der Spar- und Bauverein Paderborn eG eine bestimmende Größe auf dem Wohnungsmarkt in Stadt und Kreis Paderborn.

Die Gründe für die hohe Investitionsquote erläuterte Vorstandssprecher Thorsten Mertens. Der Spar- und Bauverein Paderborn eG reagiere so frühzeitig auf demographische Veränderungen und höhere Anforderungen im Klimaschutz, sagte Mertens. Im Dezember 2010 wird die Genossenschaft die neuen Mehrgenerationenhäuser „Tegelbogen“ in Paderborn eröffnen. Das Projekt bietet im ersten Bauabschnitt in Zusammenarbeit mit dem Caritas-Verband Paderborn 45 barrierefreie Wohnungen, eine Senioren-Wohngemeinschaft, eine Tagespflege sowie eine Sozialstation an. Schon seit Baubeginn seien die Wohnungen vollständig vermietet, sagte Mertens.

Beim Klimaschutz investiert der Spar- und Bauverein Paderborn immer mehr Wohnungen im Altbestand im Hinblick auf Energieeffizienz und Reduktion der Heizkosten und realisiert in Neubauten höchsten Klimaschutzstandard. Diese nachhaltigen Investitionen rechnen sich für die Genossenschaft allerdings nur langfristig. Thorsten Mertens begrüßte deshalb ausdrücklich den „Klimabonus“, der in Paderborn seit Juni 2010 für Tranferleistungsempfänger gilt. Der Vorstandssprecher geht davon aus, dass weitere große Herausforderungen auf die Wohnungswirtschaft warten: eine mittelfristig sinkende Wohnbevölkerung, im Durchschnitt älter werdende Mieter, mehr kleine Haushalte und einer erhöhte Nachfrage im niedrigen Preissegment. Die „Erreichbarkeit von Einrichtungen der Nahversorgung“ und die Existenz von öffentlichen Kommunikationsräumen werde zum zentralen Kriterium für die Akzeptanz der Wohnstandorte, hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Behringer schon bei der Eröffnung der Versammlung betont.

Der Spar- und Bauverein Paderborn eG bereitet sich auf zukünftige Aufgaben vor, indem die Genossenschaft nicht nur in Häuser und Wohnungen, sondern auch in Sozialbeziehungen investiert. Mit baulichen Maßnahmen allein könne man Stadtviertel nicht auf die Zukunft vorbereiten, sagte Mertens: „Es bedarf ungewöhnlicher Konzepte, die Bewohner aller sozialen Schichten, Ladenbesitzer, Kommunen, Planer und Wohnungsunternehmen gemeinsam an einen Tisch bringen. Quartiersmanagement geht alle an!“
Stadtumbau wird über Jahre hinaus die zentrale Herausforderung der Stadtentwicklung, betonte der Vorstandssprecher: „Wichtig ist deshalb, dass die Kommunen Wohnraumentwicklungskonzepte als grundlegenden Bestandteil integrierter Stadtentwicklungskonzepte ausarbeiten und die Akteure des Immobilienmarktes – so auch uns – hinzuziehen. Leider ist das noch längst kein Allgemeingut.“
Das generationsübergreifende Wohnen wie im TegelBogen ist ein Handlungsfeld, in dem die traditionellen Ideale des Soziallebens neu entdecken werden können. „Im „Mikrostandort eines neu entwickelten Wohnquartiers“ könne Gemeinschaft vor Vereinzelung gehen, die „Gemeinschafts-AG“ die „Ich-AG“ ablösen, hofft Thorsten Mertens. Solche neuen Ansätze bewiesen, dass der Spar- und Bauverein Paderborn eG seiner Maxime „Gestalten statt verwalten“ treu bleibt. „Wir öffnen uns für neue Ideen und Entwicklungen und ziehen auch unkonventionelle Lösungen in Betracht.“
Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat der Genossenschaft wurden Rüdiger Bonke, Salzkottens Bürgermeister Michael Dreier und Sandra Weiffen für drei Jahre in ihrem Amt bestätigt. Nach 18 Jahren Arbeit im Aufsichtsrat trat Dieter Nolden altersbedingt nicht wieder zur Wahl an. Für ihn wählten die Vertreter Edmund Donschen.
Die Vertreterversammlung klang mit einem Vortrag von Karl-Heinz Stiller aus. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Wincor Nixdorf AG stellte durchaus positive Entwicklungen im Wirtschaftsraum OWL , speziell in Paderborn vor, vor allem die beiden herausragenden Projekte „Zukunftsmeile Fürstenallee“ und das geplante Fraunhofer Institut.