- Fläche:
- 57,84 m²
- Zimmer:
- 2 Zimmer/Küche/Bad
- Balkon
- Kaltmiete:
- 265.83 € (4.60 € / m²)
Interview - "Der DOM" - Ausgabe 2009_44
Thorsten Mertens, Vorstandssprecher der Paderborner Genossenschaft Spar- und Bauverein, über Wohnungen für alle Generationen
Herr Mertens, was macht eine Wohnung „seniorengerecht“?
Wenn sie „barrierefrei“ ist. Das heißt, in der Wohnung sollte es keine großen Schwellen oder andere Hindernisse geben, die alte Menschen beim Gehen stören oder eben für einen Rollator oder einen Rollstuhl nur schwer zu überwinden sind. Man muss auch leicht auf die Terrasse oder den Balkon kommen. In mehrstöckigen Häusern ist ein Aufzug notwendig. Bei uns in der Region, im Kreis Paderborn, ist das ein großes Problem, weil viele Wohnungen aus den 50er und 60er Jahren stammen und nur schwer zu modernisieren sind.
Wie engagiert sich denn der Spar- und Bauverein für altengerechte Wohnungen?
Wir bauen derzeit auch viele unserer Objekte um. Zwischen 2003 und 2005 haben wir 72 Wohnungen entsprechend modernisiert. Dabei haben wir nicht nur auf ein optimiertes Energiekonzept geachtet, sondern auch darauf, dass Senioren dort problemlos wohnen können. Barrierefreiheit ist aber nicht nur für alte Menschen sinnvoll, auch junge Familie mit Kindern schätzen einen Aufzug und werden nicht gerne durch Schwellen behindert. Als Genossenschaft haben wir einen sozialen Auftrag. Nicht die große Rendite ist ausschlaggebend, sondern die Wohnqualität. Viele unserer Mieter wohnen seit 30, 40 oder 60 Jahren bei uns – und sie sollen das wenn möglich bis zum Lebensende können. Wir setzen uns deshalb auch dafür ein, dass in unserem Haus eine umfassende Betreuung möglich ist, durch Pflegedienste etwa von der Caritas.
Wie wichtig werden „altengerechte Wohnungen“ in der Zukunft sein?
Das ist eine dramatische Entwicklung: Bis zum Jahr 2025 wird sich die Zahl der Menschen über 65 Jahren verdoppeln. Der Bedarf an Wohnungen für alte Menschen wird also weiter wachsen, zumal auch die traditionellen Familienstrukturen zerbröckeln und die Senioren mehr professionelle Betreuung brauchen. In den Sighard-Gärten nahe dem Paderborner Zentrum haben wir 30 Wohnungen und eine Wohngemeinschaft für alte Menschen errichtet. Die Pflege und die häusliche Betreuung wird von der Caritas übernommen. In der Senioren-WG wohnen acht Frauen, die sich einen Gemeinschaftsraum und eine Küche teilen und 24-Stunden betreut werden.
Künftig sind dann sicher aber auch noch weitere Investitionen notwendig?
Ganz sicher. Denn wir erhalten teilweise Anfragen auch von Menschen aus ländlichen Gebieten, die in die Stadt zurückwollen. Auf dem Land fehlt es für alte Menschen an der notwendigen Infrastruktur, es gibt zu wenige Ärzte oder Einkaufmöglichkeiten. Die Senioren verkaufen dann ihr Eigentum und ziehen um in städtische Gebiete. Wir investieren deshalb auch weiter. In dem Gebiet TegelBogen in der Paderborner Innenstadt bauen wir gerade 69 Wohnungen in einer Größe zwischen 45 – 119 Quadratmeter. Die Investitionssumme beträgt elf Millionen Euro. Das ist ein Mehrgenerationen-Projekt. Dort sollen alte Menschen leben, aber auch junge Singles, Ehepaare und Familien mit Kindern. Es macht ja keinen Sinn die Mieterschaft nach Alter und Familiestand zu trennen, gemeinsam zu wohnen ist bunter, interessanter und lebendiger. Trotzdem wird es besonders Angebote für alte Menschen geben. Dort wird auch wieder eine Senioren-WG eingerichtet. Zusätzlich wird sich im Haus eine Tagespflege befinden. Dort können pflegebedürftige Menschen tagsüber betreut werden. Das ist eine weitere Ergänzung zu unserem Projekt in den Sighard-Gärten.


